veröffentlicht am: 10:00 GMT Standard Time - Mittwoch 14 März 2012
Brutale Maßnahmen gegen Gemeindeleiter und christliche Menschenrechtsaktivisten in Kuba
Land: Kuba
Die kubanischen Behörden greifen durch: Pastoren wurden verhaftet, zusammengeschlagen und zu hohen Geldstrafen verurteilt, während christliche Menschenrechtsaktivisten die Teilnahme an Sonntagsgottesdiensten buchstäblich verwehrt wurde.
Der Leiter einer Kirche, Reutilio (41), aus Mao erlitt durch einen brutalen Angriff eine gehirnschädigende Kopfverletzung. Es wird vermutet, dass er deswegen attackiert wurde, weil er sich beschwerte, nachdem die Behörden das Auto der Gemeinde beschlagnahmten, mit dem Gemeindeglieder transportiert wurden.
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| Trotz der Massnahmen der Behörden wächst die Gemeinschaft der Christen in Kuba kontinuierlich Natalie Maynor / CC BY 2.0 |
Die Familie erhielt Drohanrufe, nachdem Reutilio eine offizielle Beschwerde einleiten wollte. Am 6. Februar wurde er auf dem Weg zur Behörde, wo er die Klage einreichen wollte, attackiert. Er wurde einige Stunden später am Straßenrand bewusstlos aufgefunden. Die schriftliche Beschwerde hatte er nicht mehr bei sich. Er kann sich an nichts mehr erinnern und hat Mühe mit dem Sprechen und seinem Gedächtnis.
Am 25. Februar wurden in Bayamo in der Provinz Granma vier Pastoren verhaftet, als sie Menschen an einer Bushaltestelle vom Evangelium erzählten. Agenten des staatlichen Sicherheitsdiensts schlugen einen der Pastoren, Juan Moreno, so stark zusammen, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die restlichen drei Pastoren wurden nach ein paar Stunden wieder frei gelassen.
Im Quartier Alamar der Stadt Havanna wird ein Pastor seit Weihnachten regelmäßig zu unglaublich hohen Geldstrafen verurteilt, weil sein Kirchengebäude nicht bei der Regierung eingetragen ist. Die wiederholten Geldbussen haben ihn und seine Familie in großen finanziellen Schwierigkeiten gestürzt und die Kirche läuft Gefahr zwangsweise geschlossen zu werden.
Ein weiterer Pastor aus Havanna, Francisco Rodriguez, wurde von den Behörden in den letzten Wochen belästigt und mit Gewalt gedroht. Es wird vermutet, dass die Kirche durch ihren Einsatz für Menschen am Rande der Gesellschaft, darunter Obdachlose und straffällige Jugendliche, die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich gezogen hat.
Aktivisten im Visier
Die Regierung geht auch zunehmend härter gegen christliche Menschenrechtsaktivisten vor. Am 4. März wurden Caridad Caballero Batista und ihr Mann Esteban Sade Suarez auf ihrem Weg zur Gottesdienst von der Polizei festgenommen. Sie wurden misshandelt und für drei Stunden in einer schlecht belüfteten Zelle voller Moskitos festgehalten.
Das Ehepaar und ihr 19-jähriger Sohn dürfen seit Anfang dieses Jahres an keinen christlichen Aktivitäten mehr teilnehmen. Die Polizei und der staatliche Sicherheitsdienst umstellen jeden Sonntag ihr Haus um sie davon abzuhalten zur Kirche zu gehen. Sie sind ihnen auch schon zu christlichen Treffen gefolgt und haben sie – manchmal gewaltsam – von den Treffen weggeschleppt.
Auch andere christliche Menschenrechtsaktivisten wurden verhaftet oder wurden an der Teilnahme an Gottesdiensten gehindert.
Die marxistische Regierung Kubas versucht das Wachstum und die Aktivitäten der Kirchen so stark wie möglich einzuschränken.
In einem Film, der letztes Jahr im Internet veröffentlicht worden war, erklärte die oberste Beamtin für Religiöse Angelegenheiten, Caridad Diego Bello, in Bezug auf die brutalen Maßnahmen der Regierung gegen eine christliche Gruppierung:
Wir ergreifen harte Maßnahmen und werden auch in Zukunft alle nötigen Schritte unternehmen; die Regierung kann durch nichts ins Wanken gebracht werden.
Trotz der Anstrengungen der Behörden wächst die Kirche in Kuba kontinuierlich. Einige neue christliche Gruppen treffen sich in überfüllten Häusern, da sie keine neuen Kirchen bauen dürfen.
Die Kirchen Kubas leiden unter den Einschüchterungstaktiken und den Restriktionen der Regierung. Gemeindeleiter sitzen oft unter entsetzlichen Bedingungen im Gefängnis, manche zeitweise sogar in Einzelhaft.

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