veröffentlicht am: 10:00 GMT Standard Time - Donnerstag 15 März 2012
Nigeria: Zweite Kirche innerhalb von zwei Wochen bombardiert
Land: Afrika, Nigeria
In der zentralnigerianischen Stadt Jos ist innerhalb von zwei Wochen die zweite Kirche bombardiert worden. Beim Selbstmordanschlag und den gewalttätigen Folgen des Angriffs sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.
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Der Anschlag auf die St. Finbarr Kirche ereignete sich am Sonntag, dem 11. März um 10.40 Uhr, ungefähr zehn Minuten nach Beginn des Gottesdienstes. Dies ist nur zwei Wochen nachdem bei einem Selbstmordattentat am 26. Februar auf die „Church of Christ“-Kirche (COCIN) in Jos im Bundesstaat Plateau vier Menschen getötet worden waren.
Die Bombe befand sich in einem Fahrzeug und explodierte direkt vor den Toren von St. Finbarr, nachdem dem Fahrzeug Zugang zum Grundstück der Kirche verweigert worden war. Die Explosion erschütterte das ganze Gebäude und brachte die Decke der Kirche zum Einsturz und brach alle Fenster. Drei Frauen, eine davon schwanger, befinden sich unter den Todesopfern. Umliegende Gebäude wurden ebenfalls zerstört.
Der anglikanische Erzbischof von Jos, Benjamin Kwashi, sagte:
Es ist besorgniserregend, dass innerhalb von zwei Wochen zwei Bomben explodiert sind. Viele Menschen fürchten sich vor einem dritten Anschlag, das Grauen ist fast spürbar; der Sonntag verwandelte sich von einem Tag des Lobpreises zu einem Tag der Angst. Wir rufen alle Kirchen in der ganzen Welt dazu auf, ohne Unterlass für uns zu beten. Wir appellieren auch an die internationale Gemeinschaft, in unserem Namen ihre Stimme zu erheben und sich für uns einzusetzen, so dass wir volle Religionsfreiheit genießen und Gott frei und ohne Angst anbeten dürfen.
Die Attentäter, einer davon als Frau verkleidet, hatten sich der St. Finbarrkirche in einem Auto genähert. Als ein Wächter den Kofferraum des Autos überprüfen wollte, weigerten sie sich ihn zu öffnen und zündeten die Bombe.
Schießereien
Nach der Explosion kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Jugendlichen, bei denen mindestens drei weitere Menschen starben.
Am späten Sonntagabend überfielen südlich von Jos eine bewaffnete Bande das Dorf Chugwi. Dabei wurden drei Christen erschossen und drei weitere verletzt. Unter den Opfern befinden sich zwei Brüder im Alter von 25 und 30 Jahren. Die Angreifer stahlen die Mobiltelefone der Opfer, riefen die Angehörigen an und bekannten sich zu den Morden.
Drei weitere Personen wurden im naheliegenden Weiler Dogo Garba von denselben Angreifern verletzt. Die Schießereien scheinen nicht in Verbindung mit dem Attentat auf die Kirche zu stehen.
Der Bundesstaat Plateau verbindet den hauptsächlich muslimischen Norden des Landes mit dem mehrheitlich christlichen Süden. In Jos, der Hauptstadt des Bundesstaates, geraten die Christen regelmäßig unter Beschuss.
Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan verurteilte die Anschläge vom letzten Sonntag scharf und bekräftigte, dass sich die Regierung für ein Ende „dieser Flut von sinnlosen Angriffen und Morden“ einsetzen wird. Er behauptete, dass die Regierung „den Krieg gegen die Terroristen“ gewinnen wird, doch die unerbittliche gewalttätige Kampagne der militanten islamistischen Gruppierung Boko Haram und die scheinbare Unfähigkeit des staatlichen Sicherheitsdienstes zur Verhinderung der Angriffe sprechen eine andere Sprache.
Boko Haram hat sich nicht zu diesem jüngsten Anschlag auf die Kirche bekannt, doch das Bombenattentat ereignete sich nur einen Tag, nachdem ein Sprecher der Gruppierung allen Christen Nigerias den „Krieg erklärt“ und verkündet hatte, dass sie koordinierte Angriffe geplant hätten um die „Christen aus bestimmten Teilen des Landes auszumerzen“.

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