veröffentlicht am: 12:00 GMT Daylight Time - Montag 21 Mai 2012
Iranische Behörden verlangen detaillierte Informationen über Kirchgänger
Land: Iran, Mittlerer Osten und Nordafrika
Im Iran wurden Gemeindeleiter von den Behörden dazu aufgefordert, eine Liste mit den Namen und nationalen ID-Nummern aller Kirchgänger zusammenzustellen und an die Regierung weiterzuleiten. Dieser Vorstoß stellt erneut eine Bedrohung für alle Christen dar, die sich vom Islam zum Christentum bekehrt haben.
Am Sonntag, dem 6. Mai zwangen Sicherheitskräfte in der zentralen „Assembly of God“-Kirche alle Anwesenden, ihre persönlichen Daten anzugeben.
Das Sammeln von Informationen über die christlichen Konvertiten könnte ein Präventivschlag der Behörden sein, um die Aktivitäten der Konvertiten und der Kirchen zu überwachen oder auch um Personen zu verhaften.
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Es könnte sich jedoch auch um einen weiteren Versuch der Regierung handeln, um Druck auf die Gläubigen auszuüben und sie so von der Teilnahme an den Gottesdiensten abzuhalten. Manche Konvertiten sind Studenten oder arbeiten in Regierungsorganisationen; eine Enthüllung ihres Glaubens hätte ohne Zweifel negative Auswirkungen auf ihren Leumund und ihre Zukunftsaussichten.
Die „Assembly of God“-Kirche befindet sich seit vielen Jahren unter strenger Überwachung und eine Reihe vom Kirchgänger wurden umgebracht.
Das Geheimdienstministerium hatte bereits vor 20 Jahren eine Liste mit den Namen und persönlichen Angaben aller Gemeindemitglieder verlangt, doch die Gemeindeleiter weigerten sich damals, der Aufforderung nachzukommen.
2009 wurde die Kirche dazu aufgefordert, alle Freitagsgottesdienste in der Landessprache Farsi einzustellen. Dieses Verbot wurde seitdem auch über andere Kirchen in der Hauptstadt Teheran verhängt.
Vor Kurzem schlossen die Behörden auch eine Jüngerschaftsschule für neue Christen, die die Kirche seit Jahrzehnten betrieben hatte.
Die iranischen Behörden setzen regelmäßig neue Taktiken ein um dem rapiden Wachstum der Kirchen im Land einen Riegel vorzuschieben.
Sicherheitskräfte nehmen manchmal an Gottesdiensten teil, um die Christen auszuspionieren. Es wird vermutet, dass in vielen Kirchen auch versteckte Videokameras installiert sind.
Aufgrund dieser Hetzkampagnen waren viele Christen gezwungen, die offiziellen Kirchen zu verlassen und stattdessen Hauskirchen zu besuchen. Diese Hausgemeinden haben sich als kraftvolle und effektive Gemeinschaften herausgestellt, die das Evangelium auch weiterhin verbreiten und denen auch die iranischen Behörden keinen Einhalt gebieten können.

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