veröffentlicht am: 00:00 GMT Standard Time - Mittwoch 01 Februar 2012
Fokus Fürbitte Februar 2012
Land: Süd-und Ostasien, Afrika, Mittlerer Osten und Nordafrika, Pakistan, Ägypten, Nigeria, Aserbaidschan, Zentralasien, Uganda, Syrien, Laos, Demokratische Volksrepublik
- Nigeria - Christen fliehen vor anhaltenden tödlichen Angriffen
- Aserbaidschan - Pastor droht Strafanzeige nach Razzia in der Kirche
- Uganda - Acid attack on convert pastor
- Syrien - Serie von Entführungen und Angriffen gegen Christen
- Laos - Christliche Familien müssen ihrem Glauben abschwören oder ihr Dorf verlassen
- Pakistan - Behörden zerstören ein christliches Sozialzentrum
- Ägypten - Gebet für die Wahlen
“Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan!”Matthäus 7,7 (Schlachter-Bibel)
Nigeria - Christen fliehen vor anhaltenden tödlichen Angriffen
Die anhaltende tödliche Kampagne der Terrorgruppe Boko Haram zwang bereits hunderte von Christen zur Flucht aus ihren Häusern im Norden Nigerias.
Es wurde berichtet, dass nach Boko Haram´s Ultimatum für die christliche Bevölkerung und den darauffolgenden Angriffen ganze Lastwagen voller Flüchtlinge den Bundesstaat Yobe verlassen haben, wo zwischen dem 10. und 11. Januar zwölf Christen erschossen worden waren. Nach Angriffen in Maiduguri im Bundesstaat Borno, Boko Harams geistiger Heimat, verliessen die Christen auch diese Region.
Die Terrorgruppe ist verantwortlich für eine Serie von koordinierten Bombenangriffen und Schießereien, gerichtet gegen Kirchen und den Sicherheitsdienst, bei denen am Weihnachtstag über vierzig Menschen in fünf Staaten getötet wurden. In Madalla, in der Nähe der Hauptstadt Abuja, verließen die Kirchengänger den Weihnachtsgottesdienst, als Terroristen Sprengstoffkörper in die Menschenmenge warfen. Über 35 Menschen wurden bei den Explosionen getötet.
Am 5. Januar 2012, kurz nach Ablauf des Ultimatums, stürmten bewaffnete Männer in eine Kirche in Gombe, der Hauptstadt des Bundesstaats Gombe, und erschossen mindestens acht Menschen während eines Gebetstreffens. Pastor Johnson Jauro sagte: „Wir hatten unsere Augen geschlossen und beteten zusammen, als bewaffnete Männer die Kirche stürmten und das Feuer eröffneten. Die Angreifer schossen durch die Kirchenfenster auf die versammelten Gläubigen und töteten viele, darunter auch meine Frau.“ Am nächsten Tag wurden 20 weitere Christen bei einer Trauerfeier für einen Mitchristen, der am Tag zuvor getötet worden war, erschossen. Ein Sprecher von Boko Haram hat sich zu einigen Anschlägen bekannt.
Ayo Oritsejafor, der Vorsitzende der Christian Association of Nigeria (ein Dachverband christlicher Kirchen und Organisationen in Nigeria) sagte am 7. Januar, dass die zunehmenden anti-christlichen Morde mehr und mehr „ethnischen und religiösen Säuberungen“ gleichen würden. Die Gewaltausschreitungen veranlassten Präsident Goodluck Jonathan dazu, in mehreren Krisengebieten den Ausnahmezustand zu erklären.
- Beten wir, dass der Herr all diejenigen tröstet, die geliebte Menschen bei den Angriffen verloren haben. Beten wir, dass sie in ihrer Antwort auf die Gewalt die Liebe Jesu widerspiegeln.
- Beten wir für alle Familien, die ihre Heimat verlassen mussten. Bitten wir den Herrn, dass Er ihr Schutz und ihre Zuflucht ist (Jesaia 25,4).
- Beten wir für die Christen Nigerias, dass sie vor der Gewalt und den anhaltenden religiösen Säuberungen durch Boko Haram beschützt werden.
Aserbaidschan - Pastor droht Strafanzeige nach Razzia in der Kirche
In einer Kirche in Neftechala in Aserbaidschan wurde am 11. Dezember während des Sonntagsgottesdiensts einer Razzia durchgeführt. Pastor Telman Aliev droht nun ein Strafverfahren.
Nachdem im Anschluss an die Razzia alle Gottesdienstbesucher befragt worden waren, schlossen die Beamten die Kirche und versiegelten die Tür. Die Gemeinde versuchte seit über 10 Jahren vergeblich, sich beim Staat registrieren zu lassen, doch ein Beamter erklärte: „Ohne Registrierung dürft ihr nicht beten. Wir schließen jedes Gotteshaus, das keine Lizenz hat.“ Die Kirche wurde später wieder geöffnet, doch über 200 Bücher, darunter Bibeln und Zeitschriften, und zahlreiche Ton- und Videoaufnahmen wurden beschlagnahmt, um von einem Staatskomitee, das alle religiöse Literatur in Aserbaidschan zensiert, überprüft zu werden.
Am 23. Dezember wurden alle Gemeindemitglieder, einschließlich des Pastors und seiner Frau auf die Polizeidienststelle bestellt und nochmals verhört. Der Pastor wurde informiert, dass „ein Verfahren wegen religiöser Hetzliteratur“ gegen ihn eingeleitet worden sei.
Am 12. Dezember waren in Aserbaidschan grundlegende Abänderungen des Straf- und Verwaltungsrechts in Kraft getreten, die entweder neue Strafen einführten oder den Schweregrad bereits existierender Strafen für eine Reihe von religiösen Aktivitäten erhöhten. Darin enthalten ist die Einführung einer bis zu fünfjährigen Haftstrafe für die Produktion oder Verteilung religiöser Literatur, die nicht vom Staat überprüft wurde (siehe Fokus Fürbitte vom Dezember 2011).
- Beten wir, dass die Behörden alle Anklagen gegen Pastor Aliev fallen lassen und der Kirche eine Lizenz erteilt wird, so dass sich die Gemeinde in Zukunft ohne Angst vor weiteren Razzien treffen kann.
Uganda - Säureattentat gegen konvertierten Pastor
Am 24. Dezember wurde Pastor Umar Mulinde vor seiner Kirche in der Hauptstadt Kampala in Uganda mit flüssiger Säure übergossen. Die Flüssigkeit verbrannte die rechte Seite seines Gesichts, seinen Nacken, seine Arme und verursachte partielle Blindheit in seinem rechten Auge.
Das Attentat fand auf dem Parkplatz der Kirche, kurz nach dem Ende einer siebentägigen evangelistischen Veranstaltung statt. Pastor Umar sagte später aus: „Ich wurde von einem Mann angegriffen, der sich als Christ ausgab. Er rief „Pastor, Pastor“ und als ich mich umdrehte, schüttete er mir Säure ins Gesicht. Als ich mich vom Attentäter abwendete, goss mir ein weiterer Mann Säure über den Rücken, rannte weg und rief ‚Allahu Akhbar‘ (Gott ist gross).“ Der Pastor wurde von Gemeindemitgliedern sofort in ein Krankenhaus in Kampala gebracht.
Der vom Islam zum Christentum konvertierte Pastor und ehemalige Scheich erhielt seit geraumer Zeit regelmäßige Todesdrohungen. Es wird vermutet, dass er wegen seiner Bekehrung zum Christentum und seiner scharfen Kritik des islamischen Glaubens angegriffen wurde. Der 38-jährige Vater von sechs Kindern war auch einer der Hauptgegner der muslimischen Pläne zur Einführung von Scharia-Gerichten (khadi courts) in Uganda.
Pastor Umar wurde am 5. Januar in ein medizinisches Versorgungszentrum in Israel gebracht, nachdem klar wurde, dass er weitergehende Behandlungen benötigte. Nach zwei Hauttransplantationen sagte er am 25. Januar, dass er immer noch Schmerzen verspüre. Die Behandlungen werden an seinem rechten Auge weitergeführt, das beim Angriff schwer beschädigt wurde. Der Barnabas Fund trägt einen Teil der Kosten.
- Beten wir, dass Pastor Umar in seinen Schmerzen den Trost des Herrn erfahren darf, und dass er vom körperlichen und seelischen Traum des Angriffs geheilt wird.
- Beten wir für die Angreifer, dass sie Jesus Christus als ihren Herrn und Retter annehmen, und dass sie ihre Taten bereuen.
Syrien - Serie von Entführungen und Angriffen gegen Christen
Seit Beginn der Anti-Regierungsproteste leidet die Christen in Syrien unter einer Reihe brutaler Morde und Entführungen: Bereits über hundert Christen wurden getötet.
Die Entführer haben es insbesondere auf Kinder abgesehen. Falls das verlangte Lösegeld nicht bezahlt wird, werden die entführten Opfer hingerichtet. In zwei unabhängigen Fällen wurden zwei Christen entführt und später tot aufgefunden. Beim ersten handelte es sich um einen 28-jährigen Mann, der erhängt und mit Verletzungen übersät entdeckt wurde. Das zweite Opfer, ein 37-jähriger christlicher Vater mit einer schwangeren Frau, wurde in Stücke gehackt und in einen Fluss geworfen. Vier weitere Christen werden nach wie vor vermisst und ihre Entführer drohten, sie ebenfalls hinzurichten.
Bereits am 15. Januar wurden zwei Christen getötet, als sie vor einer Bäckerei auf Brot warteten. Ein weiterer Christ, ein 40-jähriger Vater zweier Kinder, war in seinem Auto unterwegs, als er von drei bewaffneten Angreifern erschossen wurde.
Diese jüngsten Berichte erinnern an die brutalen anti-christlichen Übergriffe im Irak, die seit der Invasion des amerikanischen Militärs 2003 dort zur Tagesordnung gehören. Angesichts der anhaltenden anti-Regierungsproteste besteht eine begründete Sorge um die Zukunft der Christen in Syrien.
- Beten wir für unsere Brüder und Schwestern in Syrien, dass sie in diesen stürmischen Zeiten Gottes Frieden erfahren, ganz speziell diejenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben.
- Beten wir um die starke Gegenwart des Herrn in Syrien, dass er sein Volk beschützt. Bitten wir um Weisheit und Einsicht für die westlichen Regierungen, dass sie sich den Konsequenzen ihrer Handlungen im Blick auf Syrien bewusst sind.
Laos - Christliche Familien müssen ihrem Glauben abschwören oder ihr Dorf verlassen
Die Dorfvorsteher von Natoo, einem Dorf im Palansai Distrikt in der Provinz Savannakhet in Laos, sagten den Christen des Dorfes: „Wenn ihr weiterhin hier leben wollt, dann müsst ihr euren Glauben und alle christlichen Praktiken aufgeben.“
Vier christliche Familienoberhäupter wurden am 21. Dezember zu einem Treffen mit dem Dorfrat eingeladen, wo ihnen mitgeteilt wurde, dass alle 47 Christen des Dorfes ihren Glauben an Christus aufgeben müssen und keine Sonntagsgottesdienste mehr durchführen dürfen. Die Dorfkirche in Natoo wurde vor zwei Jahren gegründet und die Christen versammeln sich zu wöchentlichen Gebetstreffen im Haus des Gemeindeleiters, Mr. Sompu.
Natoo ist ungefähr fünf Kilometer vom Dorf Boukham entfernt, wo im Dezember 2011 acht Hausgemeindeleiter während eines Weihnachtsgottesdienstes verhaftet worden waren. Einer der Gefangenen wurde freigelassen, doch die übrigen sieben verblieben in Haft. Am 27. Dezember wurden ihre Beine zwischen lange Holzbretter geklemmt. Sie wurden je zu einer Geldstrafe in der Höhe von $125 (€95) und der Übergabe einer Kuh (im Wert von ca. €458) verurteilt, doch die Gemeindeleiter weigerten sich ein Bekenntnis ihrer „Schuld“ abzulegen und die Geldbuße zu bezahlen. Nach einer Intervention einer höheren Behörde wurde die Geldstrafe auf €95 reduziert und die Gemeindeleiter wurden am 12. Januar 2012 endlich freigelassen.
Laut der laotischen Verfassung steht allen Bürgern Religionsfreiheit zu, doch die Umsetzung dieses Gesetzes kann auf lokaler Ebene sehr willkürlich sein.
- Beten wir für die christlichen Familien in Natoo, die Gefahr laufen aus ihrem Dorf verstossen zu werden. Beten wir, dass der Herr eingreift und die Familien in ihren Häusern bleiben und auch weiterhin ihren Glauben ausleben dürfen.
- Danken wir Gott, dass die Gemeindeleiter aus Boukham freigelassen wurden. Beten wir, dass alle Gläubigen in Laos standhaft im Glauben bleiben, trotz der drohenden Verfolgung.
- Beten wir, dass sich alle laotischen Behörden an die Verfassung des Landes halten.
Pakistan - Behörden zerstören ein christliches Sozialzentrum
Ein christliches Sozialzentrum in Lahore in Pakistan wurde am 10. Januar mit Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht; zwei christliche Familien wurden obdachlos.
Die Bulldozer der Lahore Development Authority wurden unter massiver Polizeipräsenz zum Sozialzentrum gebracht; die darin wohnenden Familien wurden zum Gehen aufgefordert. Die Kirche, die Wohnhäuser und alle anderen Besitztümer des Sozialzentrums, einschließlich eines Kreuzes und zahlreicher Bibeln wurden komplett zerstört. Das rund 8.000 m3 große Grundstück im Wert von Milliarden von Rupien war unter dem Namen „Lahore Wohlfahrtsverband“ registriert und gehörte der örtlichen Kirchgemeinde. Das zerstörte Gebäude hatte in Vergangenheit als Altersheim und als Mädchenschule gedient. Beamte der Stadtregierung in Lahore sagten, dass das Grundstück auf die punjabische Regierung übertragen worden sei, und dass sie mehrere schriftliche Mahnungen geschickt hätten, dass Bewohner zur Räumung der Gebäude aufgefordert hätten. Christliche Leiter sagten jedoch aus, dass die punjabische Regierung illegal gehandelt hätte und dass sie keinerlei Briefe erhalten hätten.
Ebenfalls in Lahore wurde im Dezember Khurram Masih, ein 25-jähriger Christ, wegen Blasphemie verhaftet, nachdem behauptet wurde, dass er Seiten des Korans verbrannt habe. Über tausend wütende Muslime blockierten eine Straße in Shahdara für über drei Stunden und verlangte Khurrams Verhaftung. Die Demonstranten zerstörten mehrere Fahrzeuge und plünderten eine Polizeistation. Bei einer Gerichtsanhörung am 3. Januar wurde Khurram die Freilassung auf Kaution verweigert.
Die „Blasphemie Gesetze“ in Pakistan werden regelmäßig gegen Christen und Angehörige anderer nicht-islamischer Religionen verwendet; tausende von unschuldigen Menschen wurden bereits fälschlicherweise und ohne jegliche Beweismittel der Blasphemie beschuldigt.
- Beten wir, dass die Familien, die das Sozialzentrum in Lahore verlassen mussten, ein Dach über dem Kopf finden. Beten wir auch, dass die Behörden den Christen ein neues Gebäude zur Verfügung stellen, um Gottesdienst feiern zu können.
- Als Khurram verhaftet wurde, war er erst seit drei Monaten verheiratet; beten wir um Trost und Kraft für ihn und seine Frau. Beten wird, dass die Anklage gegen ihn fallen gelassen wird und dass er das Gefängnis bald verlassen darf; er wurde zusammengeschlagen und gefoltert.
Ägypten - Gebet für die Wahlen
Nach der Bekanntgabe der Wahlresultate für das ägyptische Unterhaus, die Volksversammlung, am 21. Januar begannen am 29. Januar die Wahlen für das Oberhaus, den Schura-Rat.
In den Wahlen für die Volksversammlung gingen die Muslimbrüder wie erwartet mit 47% der Stimmen als Wahlsieger hervor, während die Koalition der radikal-salafistischen Al-Nour Partei (Partei des Lichts) 25% der Sitze erhielt.
- Beten wir, dass der Herr die Wahl des Schura-Rats in seinem Sinne lenkt. Beten wir, dass das neue Parlament die Rechte der Christen und der anderen Minderheiten in Ägypten achtet, und dass die Einführung radikal-islamistischer Gesetze verhindert wird.
- Bitten wir, dass der Herr regiert, auch über das neue Parlament Ägyptens, und dass Er Sein Volk in diesem Land ermutigt. Beten wir, dass die Christen gerecht behandelt werden.

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