veröffentlicht am: 09:00 GMT Daylight Time - Freitag 29 Juni 2012
Fokus Fürbitte Juli 2012
Land: Süd-und Ostasien, Afrika, Mittlerer Osten und Nordafrika, Nigeria, Syrien, Indien, Tunesien, Indonesien, Kuba, Kasachstan, Tansania, Vereinigte Republik, Iran, Zentralasien
- Tunesien – Vom Islam konvertierter Christ gekÖpft
- Indonesien – BehÖrden befehlen den Abriss von zwanzig Kirchen
- Kuba – Gemeindeleiter rufen zu einer internationaler Reaktion gegen Christenverfolgung auf
- Kasachstan – Pastor nach Berufung freigesprochen
- Iran – Persische Kirche geschlossen, weitere Schließungen werden befürchtet
- Nigeria – Boko Haram deklariert Christen als „Feinde“
- Syrien – Tausende von Christen fliehen nach AnkÜndigung eines Ultimatum
- Tansania – Kirche in Sansibar von islamistischen Separatisten in Brand gesetzt
- Indien – Angriff auf christliche Gemeinschaft
“Räche dich nicht, und sei nicht nachtragend! Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! Ich bin der Herr.”
3. Buch Mose19:18 Hfa
Tunesien – Vom Islam konvertierter Christ gekÖpft
Ein ägyptischer Fernsehsender hat Videoaufnahmen ausgestrahlt, die zeigen, wie ein vom Islam konvertierter Christ von Muslimen ermordet wird. Das entsetzliche Ereignis, das sich Berichten zufolge in Tunesien ereignet hat, wurde während einer Sendung mit dem Namen „Egypt Today“ gezeigt. Die Aufnahmen zeigen einen jungen Mann, dem maskierte Männer ein Messer an die Kehle halten, während ein Mann in Arabisch eine Reihe von muslimischen Gebeten singt, von denen die meisten das Christentum verurteilen. Daraufhin beginnt der Mann mit dem Messer dem Christen die Kehle durchzuschneiden und schneidet ihm unter „Allahu Akhbar“-Rufen („Gott ist groß“) langsam den Kopf ab.
Der der Moderator von „Egypt Today“ war sichtlich erschüttert durch die Bilder und fragte in Bezug auf die Muslimbrüder und Salafisten, die zusammen im ägyptischen Parlament die Mehrheit der Sitze halten: „Wie können solche Menschen regieren?“
Die Aufnahmen der brutalen Enthauptung sind der jüngste Beweis für die gewaltsame Bedrohung der Religionsfreiheit nach dem arabischen Frühling.
- Danken wir Gott für das Leben und den bis in den Tod unerschütterlichen Glauben unseres tunesischen Bruders. Beten wir, dass sein Zeugnis die Herzen seiner Mörder und all derjenigen, die die Aufnahmen seines Todes gesehen haben, berühren wird und dass sie sich Christus zuwenden werden.
Indonesien – BehÖrden befehlen den Abriss von zwanzig Kirchen
In der beschränkt autonomen Provinz Aceh in Indonesien haben die Behörden den Abriss von zwanzig Kirchen angeordnet. Dies folgt der Zwangsschließung von 16 kleineren christlichen Versammlungsorten im Mai (siehe Fokus Fürbitte vom Juni 2012).
Razali Abdul Rahman, der amtierende Verwalter von Aceh Singkil ordnete in einem Brief vom 30. April die Schließung der Kirchen an und setzte die Frist für deren Zerstörung bis zum 8. Juni.
Die Großzahl der zwanzig abgesperrten und vom Abriss bedrohten Kirchen wird von den Gemeindemitgliedern auch weiterhin für Gottesdienste genutzt. Der indonesische Innenminister Gamawan Fauzi sagte, dass er keine Kenntnis von den Abrissplänen hätte und dass er Herrn Razali kontaktieren und ihn um eine Klarstellung bitten würde. Er sagte, dass alle Bürger ein Recht darauf hätten Gottesdienste zu feiern, solange sie sich an die Vorschriften halten würden.
- Loben wir Gott, dass die Gebäude zu Redaktionsschluss noch nicht abgerissen wurden und danken wir Gott, dass die Gemeinden trotz der Drohungen auch weiterhin Gottesdienste feiern. Beten wir, dass der Innenminister die Religionsfreiheit schützt und entschieden gegen die Abrissbefehle von Herrn Razali vorgeht.
Kuba – Gemeindeleiter rufen zu einer internationaler Reaktion gegen Christenverfolgung auf
Kubanische Gemeindeleiter riefen die US-Regierung dazu auf, Kuba auf die Liste Länder zu stellen, welche die Religionsfreiheit weltweit am schwerwiegendsten verletzen. Der Aufruf ist eine Reaktion auf die starke Zunahme von Verletzungen der Religionsfreiheit im Land: 2011 wurden 28 Fälle gezählt, doch alleine zwischen 1. Januar und 1. Mai 2012 wurden über 40 Fälle gemeldet.
Dieses Jahr befindet sich unter den Verstößen gegen die Religionsfreiheit auch eine Reihe von körperlichen Angriffen auf Pastoren; einer der angegriffenen Pastoren, Reutilio Columbie, erlitt bei einem brutalen Übergriff schwere Hirnschäden.
Es wird vermutet, dass Beamte des staatlichen Sicherheitsdienstes hinter den Überfallen stecken, doch es wurde noch niemand zur Rechenschaft gezogen. In anderen Fällen wurden Personen davon abgehalten Gottesdienste zu besuchen und Kirchen, die angeblich Widerstand gegen die Regierung geleistet hätten, wurde mit Zwangsschließung gedroht.
- Beten wir für alle Betroffenen der anti-christlichen Gewaltübergriffe im Jahr 2012 in Kuba. Bitten wir den Herrn, dass Er Seine Gemeindeleiter heilt und bitten wir, dass Er ihnen Kraft und Mut schenkt um ihren Dienst für Sein Werk trotz der Angriffe fortzusetzen.
- Danken wir Gott für das Wachstum der Kirchen in Kuba und beten wir, dass die kubanische Regierung das Christentum mehr respektieren wird.
Kasachstan – Pastor nach Berufung freigesprochen
Loben wir Gott, dass Pastor Yerzhan Ushanov, Leiter der protestantischen „New Life“-Kirche in Taraz, Kasachstan, vom Obersten Gerichtshof von „schwerer Gesundheitsschädigung durch Fahrlässigkeit“ freigesprochen wurde, nachdem er für einen kranken Mann gebetet hatte, der seine Kirche besucht hatte (siehe Fokus Fürbitte vom August 2011).
Das Verfahren gegen den Pastor war von der Geheimpolizei des Nationalen Sicherheitskomitees (KNB) eingeleitet worden, nachdem sie eine Beschwerde der Ehefrau des kranken Mannes erhalten hatten. Der Pastor wurde am 5. September 2011 schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe und Gerichtskosten in der Höhe von 201,560 Tenge (rund €1.080) verurteilt worden.
Das Verfahren erinnert an den Fall von Vissa Kim, dem Pastor der protestantischen „Grace Light of Love“-Kirche, der im April 2010 wegen Gesundheisschädigung zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, nachdem er für eine kranke Frau gebetet hatte. Der Oberste Gerichtshof hob das Urteil und die Geldstrafe jedoch nachträglich auf.
Trotz dieser guten Neuigkeit werden andere Christen immer noch verfolgt.
- Danken wir Gott von ganzem Herzen für den Freispruch von Pastor Ushanov und Pastor Kim. Das positive Ergebnis dieser zwei Fälle steht im krassen Gegensatz zu der zunehmenden Verfolgung von Christen in Kasachstan seit der Einführung von neuen restriktiven Gesetzen im Oktober 2011. Preisen wir Gott für Sein Wirken in diesem Land und dass Er die Herzen der Beamten berührt, so dass solche Urteile auch in Zukunft aufgehoben werden.
Iran – Persische Kirche geschlossen, weitere Schließungen werden befürchtet
Die gewaltsame Schließung einer persischen Kirche am 29. Mai in Janat-Abad in West Teheran hat unter den Christen des Landes Angst vor einer weiteren Welle von Kirchenschließungen ausgelöst.
Die iranische Kirche hatte rund 100 Mitglieder und hielt alle Gottesdienste auf Persisch, der von der muslimischen Mehrheit gesprochenen Nationalsprache, ab.
Seit einigen Monaten sind vor allem persisch sprechende und offiziell anerkannte Kirchen in Visier der iranischen Behörden (siehe Fokus Fürbitte vom März 2012). Die Schließung der Kirche in Janat-Abad markiert die Eskalierung dieser Kampagne.
- Beten wir, dass die Mitglieder der geschossenen Kirche einen alternativen Versammlungsort finden und sich auch zukünftig treffen können um den Herrn Jesus zu loben. Beten wir um Mut und Kraft für all unsere Brüder und Schwestern im Iran.
Nigeria – Boko Haram deklariert Christen als „Feinde“
Bei systematischen Bombenanschlägen wurden am Sonntag, dem 17. Juni 2012 im Bundesstaat Kaduna in Nigeria rund 16 Personen getötet und zahlreiche Menschen verletzt.
Die Anschläge trugen die Handschrift der militanten islamistischen Gruppierung Boko Haram, die vor Kurzem bekannt gab: „Der nigerianische Staat und die Christen sind unsere Feinde und wir werden Anschläge auf den nigerianischen Staat, den Sicherheitsapparat und die Kirchen unternehmen, bis wir unser Ziel – die Errichtung eines islamischen Staats an der Stelle des säkularen Staats – erreicht haben.“
In Nigeria vergeht kaum ein Sonntag ohne einen neuen Anschlag auf eine Kirche. Am Sonntag, 10. Juni brachen bewaffnete Männer in eine Kirche in Biu, im nordöstlichen Bundesstaat Borno ein und eröffneten das Feuer auf die versammelte Kirchgemeinde. Mindestens eine Frau wurde getötet und drei Menschen wurden verletzt. Noch am selben Tag gab sich ein Selbstmordattentäter in der Stadt Jos im Bundesstaat Plateau als Kirchengänger aus und sprengte sich in die Luft. Die Druckwelle brachte die Kirche zum Einsturz; schätzungsweise 62 Personen wurden schwer verletzt und rund zehn Personen getötet. Sechs weitere Menschen kamen bei Gewaltausschreitungen nach der Explosion ums Leben. Am Sonntag, 3. Juni wurden bei einem Selbstmordanschlag mit einer Autobombe im Staat Bauchi ebenfalls mindestens achtzehn Menschen getötet und über vierzig verletzt.
Trotz der gefährlichen Situation nehmen Christen auch weiterhin an Gottesdiensten teil. Abraham Ekeneh, ein Pastor in der Stadt Jos im Bundesstaat Plateau sagte nach dem Selbstmordanschlag vom 10. Juni: „Während der Gottesdienste spüre ich immer die Angst der Menschen, doch wir werden uns nicht unterkriegen lassen. Wir können nicht aufhören Gottesdienste zu halten, denn wenn wir aufhören, helfen wir ihnen [den Terroristen] ihre Ziele zu erreichen.“
- Beten wir für all diejenigen, die bei den Anschlägen auf die Kirchen verletzt wurden oder geliebte Menschen verloren haben. Beten wir, dass der Herr sie in ihrer Trauer tröstet und jegliche emotionale und körperliche Wunden heilt. Beten wir, dass die Christen in ihrer dem Beispiel Jesu folgen werden.
- Beten wir um Mut und Weisheit für die nigerianische Regierung. Beten wir, dass sie die Verantwortlichen für die Gewalttaten vor Gericht bringen und den regelmäßigen Angriffen auf Christen ein Ende bereiten werden. Beten wir um einen Sinneswandel der Anführer Boko Harams.
Syrien – Tausende von Christen fliehen nach AnkÜndigung eines Ultimatum
Berichten zufolge wurde den rund 10.000 Christen der Stadt Qusayr in Syrien ein Ultimatum zum Verlassen der Stadt gestellt, das auch von den örtlichen Moscheen unterstützt wurde. Inzwischen haben die meisten Christen die Stadt verlassen.
Zwei christliche Leiter, die sich unter den christlichen Flüchtlingen befinden, sagten, dass die folgende Nachricht von den Minaretten verkündet wurde: „Alle Christen müssen Qusayr innerhalb von sechs Tagen verlassen. Die Frist läuft am Freitag (8. Juni) ab.“
Ob sie wirklich zum Gehen aufgefordert wurden oder nicht, die Stadt ist ein äußert gefährlicher Ort für alle Zurückgebliebenen und es ist klar, dass sich die Christen in ihren Häusern nicht mehr sicher fühlen. Pastor Atallah Ibrahim Bitar wurde Berichten zufolge erschossen, als er Menschen, die während eines wochenlangen Luftangriffs gezwungen waren sich zu verstecken, Nahrungsmittel bringen wollte.
Der Barnabas Fund versorgt notleidende christliche Familien, die von den Unruhen betroffen sind, mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Gütern.
- Beten wir, dass der Herr die Bedürfnisse aller Christen, die aus ihren Häusern fliehen mussten, deckt. Beten wir auch für alle Zurückgeblieben, dass Sie in Christus Schutz finden werden.
- Beten wir um ein Ende der Kämpfe in Syrien und für eine faire und rechtschaffene Lösung für den Konflikt.
Tansania – Kirche in Sansibar von islamistischen Separatisten in Brand gesetzt
Am Samstag, 26. Mai kollidierten während einer Demonstration in Sansibar hunderte von Mitgliedern der islamischen Gesellschaft für Mobilisierung und Ausbreitung (UAMSHO), einer islamistischen Separatistengruppe, mit der Polizei.
Die Protestkundgebungen nahmen ihren Anfang in der Hauptstadt Stone Town und griffen während der darauffolgenden Tage auf weitere Gebiete der Insel über. Die Gruppierung brannte mindestens zwei Kirchen und ein christliches Zentrum nieder. Ein Pastor, dessen Kirche angegriffen wurde, berichtete, dass die Angreifer in die Kirchen eindrangen, Benzin ausleerten, das Gebäude in Brand steckten und das Feuer mit brennenden Reifen schürten. Die mit Knüppeln, Buschmessern und Eisenstangen bewaffneten Islamisten setzten auch Wohnhäuser und Bars in Brand, zerstörten Transport- und Kommunikationssysteme und blockierten Straßen.
Die halbautonome Insel Sansibar ist zu 99% muslimisch. Die UAMSHO leistet hartnäckig Widerstand gegen die Regierung und fordert ein Referendum über die Unabhängigkeit Sansibars vom tansanischen Festland.
- Beten wir für die Mitglieder der Kirchen, die von den jüngsten Gewaltausschreitungen betroffen sind. Bitten wir den Herrn um Trost für Sein Volk und beten wir, dass sie einen alternativen Versammlungsort finden werden, wo sie Gott auch weiterhin anbeten können.
- Beten wir für unsere Brüder und Schwestern in Sansibar, wo muslimische Extremisten zunehmend Druck ausüben um die Insel zu islamisieren. Preisen wir Gott, dass die Gemeinden trotz dieser Bemühungen weiter wachsen.
Indien – Angriff auf christliche Gemeinschaft
Am 15. Juni im Dorf Mitrapur im Staat Orissa, Indien, wurden in Gemeindeleiter und zwölf christliche Familien von Hindu Extremisten angegriffen.
Evangelist Baidhar (50) befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs auf dem Heimweg von einem Gebetstreffen, das im Haus eines Gläubigen stattgefunden hatte. Christlichen Anwohner fanden ihn schwer verletzt und blutüberströmt am Boden und brachten ihn sofort ins Krankenhaus. Kurz darauf griffen rund 50 Hindus die ganze christliche Gemeinschaft des Dorfes an. Sie verletzten 20 Personen, rissen einigen jungen Frauen die Kleider vom Leib und versuchten sie zu belästigen und plünderten die Häuser von zwölf christlichen Familien. Die Christen flohen aus dem Dorf; es wird vermutet, dass sie sich im Dschungel versteckt halten.
- Beten wir um vollständige Heilung für Baidhar und alle anderen, die bei den Angriffen verletzt wurden.
- Beten wir, dass Gott Sein Volk in Indien stärkt und dass die Gewalt gegen sie aufhört. Beten wir auch, dass die indischen Behörden die Christen beschützen und ihre Verfolger vor Gericht bringen.

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