veröffentlicht am: 09:00 GMT Daylight Time - Mittwoch 01 August 2012
Fokus Fürbitte August 2012
Land: Süd-und Ostasien, Afrika, Mittlerer Osten und Nordafrika, Nigeria, Indonesien, Iran, Zentralasien, Kenya, Vietnam, Nepal
- Kenia – Tödlicher Angriff auf Christen
- Vietnam – Schlägertrupp greift Kirchgemeinde an, Christen gehen auf die Straße
- Nigeria – Mehrere Angriffe auf Christen im Bundesstaat Plateau
- Iran – ein Freispruch und eine abgelehnte Berufung für zwei Konvertiten
- Indonesien – Terrorist verhaftet, Unterstützung für islamistische Parteien geht zurück
- Nepal – Zwei Schutzgelderpresser von Polizei verhaftet
“Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen.”Matthäus 5,44 EB
Kenia – Tödlicher Angriff auf Christen
Bei einem koordinierten Angriff auf zwei Kirchen in Kenia sind am 1. Juli mindestens 17 Menschen getötet und rund 65 verletzt worden. Es wird vermutet, dass al-Shabaab Milizen hinter den Anschlägen auf die beiden Kirchen in Garissa stecken, die während dem Sonntagsgottesdienst um ca. 10.15 Uhr morgens angegriffen worden waren.
Beim ersten und schwereren Anschlag auf die „African Inland“-Kirche erschossen die bewaffneten Angreifer zuerst zwei Polizeibeamte, die vor der Kirche stationiert gewesen waren, bevor sie Handgranaten ins Innere des Gebäudes warfen. Als die Gottesdienstbesucher versuchten zu fliehen eröffneten die Angreifer das Feuer auf die Gläubigen und töteten fünfzehn Gemeindemitglieder.
Eine Kontaktperson des Barnabas Funds in Kenia beschrieb das grauenvolle Ereignis: „Die Schüsse auf dem Grundstück verursachten Panik unter den Gottesdienstbesuchern und viele liefen den wartenden Mördern direkt in die Arme. Die Angreifer hatten Dienstwaffen der Polizei und feuerten wie wild in die fliehende Menge. Überall floss Blut, Möbel wurden umgeworfen und zerstört und die Gläubigen standen unter Schock.“
Beim Angriff auf die zweite Kirche warfen die Angreifer zwei Handgranaten ins Gebäude; eine davon verletzte drei Menschen schwer, die zweite explodierte nicht.
- Beten wir, dass Gott alle Hinterbliebenen tröstet und die Wunden der Verletzten heilt
- Beten wir, dass die Pläne von al-Shabaab vereitelt und die Angreifer ihre Taten bereuen werden.
Vietnam – Schlägertrupp greift Kirchgemeinde an, Christen gehen auf die Straße
Eine Kirche in Vietnam wurde während eines Gottesdienstes am 1. Juli von einem Schlägertrupp brutal angegriffen. Es wird vermutet, dass die Täter von der Regierung angeheuert wurden. Die Gruppe schlug auf den Pastor und die Gottesdienstbesucher ein und verletzte Dutzende von Menschen. Eine Frau erlitt einen Schädelbruch und musste im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt werden. Es wurde berichtet, dass die örtlichen Behörden den Angreifern $25 „Entschädigung“ für ihre „Arbeit“ bezahlt haben.
Die Behörden der Nghe An Provinz hatten über die letzten 18 Monate verschiedene Taktiken angewandt um die Christen davon abzuhalten Gottesdienste zu besuchen. Die Gläubigen werden zunehmend bedroht und verfolgt: In einem Fall bewarfen Polizeibeamte und Sicherheitskräfte mehrere Christen mit Steinen und verhafteten sie daraufhin. Doch die Gläubigen blieben standhaft und versammelten sich auch weiterhin zum Gottesdienst.
Als Reaktion auf die Übergriffe und Schikanen der Polizei gingen am 15. Juli über 10.000 Christen auf die Straße um gegen die Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Sie forderten ein Ende der Verfolgung und der anti-christlichen Propaganda in den staatlichen Medien und mehr Respekt für die Religionsfreiheit.
Am Vorabend der Demonstration versuchten die Behörden die Christen von der Veranstaltung fern zu halten und stationierten gepanzerte Fahrzeuge vor dem Haus des Gemeindeleiters, der die Kundgebung organisiert hatte. Sie schickten auch Polizeibeamte und angeheuerte Gangster auf Patrouille um die Menschen einzuschüchtern. Die Fähren, die die Menschen zu den Versammlungsorten bringen sollten, wurden ebenfalls blockiert, doch die Christen fanden andere Wege um an die festgesetzten Treffpunkte zu gelangen. Tausende von Menschen hatten sich schon am Vorabend auf den Weg gemacht und legten viele Meilen zu Fuß zurück um pünktlich am nächsten Morgen an der Demonstration teilnehmen zu können.
Aus Solidarität mit den Christen der Nghe An Provinz führten Gläubige in anderen Teilen des Landes ebenfalls Sit-Ins und Demonstrationen durch und trugen Plakate und Transparente mit Slogans wie „Religionsfreiheit ist ein Grundrecht“ und „Wir sind entschlossen, die Kirche zu beschützten“.
- Danken wir Gott für Entschiedenheit und Tapferkeit der Christen in Nghe An, dass sie sich trotz aller Hindernisse, die ihnen die Behörden in den Weg gelegt haben, friedlich zum Gottesdienst versammelt und gegen Ungerechtigkeit demonstriert haben. Beten wir um Heilung für alle, die bei den Angriffen verletzt wurden.
- Beten wir, dass die vietnamesischen Behörden aufhören werden Gewalt und andere Einschüchterungstaktiken gegen Christen anzuwenden. Beten wir, dass sich die Christen ungestört versammeln dürfen.
Nigeria – Mehrere Angriffe auf Christen im Bundesstaat Plateau
Bei einem dreifachen Angriff auf ein christliches Bauerndorf wurden Anfang Juli im Bundesstaat Plateau über 65 Menschen von Muslimen umgebracht, darunter auch zwei Politiker.
Beim ersten Übergriff am 5. Juli zerstörten Muslime 43 christliche Bauernhöfe; niemand wurde verhaftet. Zwei Tage später, am 7. Juli, wurden mehrere christliche Dörfer in der Nähe der Stadt Jos angegriffen und Dutzende von Menschen getötet. Am folgenden Tag attackierten Muslime die Beerdigung für die Opfer der Übergriffe. Zwei christliche Politiker, Gyang Dantong, der Senator von Nord-Plateau, und Gyang Fulani, Führer der Mehrheitspartei in der Landesversammlung, sowie mehrere weitere Anwesende, wurden erschossen.
Mitte Juli verübte die islamistische Terrorgruppe Boko Haram weitere Anschläge auf zwölf Dörfer rund um Jos. In einem Dorf brachen Gottesdienstbesucher in Panik aus und suchten Zuflucht im Haus des Pastors. Das Haus wurde bombardiert und über 50 Menschen wurden lebendig verbrannt, darunter auch die Frau und die Kinder des Pastors.
- Beten wir, dass all diejenigen, die geliebte Menschen verloren haben, in ihrer Trauer Gottes Trost spüren und die Gnade erhalten, den Mördern zu vergeben.
- Beten wir um Schutz für die Christen in Nord- und Zentralnigeria und dass sich die Islamisten von jeglicher Gewaltanwendung abwenden.
Iran – ein Freispruch und eine abgelehnte Berufung für zwei Konvertiten
Eshan Behrooz, ein 24-jähriger Student aus Mashhad, der sich vom Islam zum Christentum bekehrt hatte, wurde am 16. Juni nach acht Monaten Haft unter härtesten psychischen und physischen Bedingungen, darunter 105 Tage Einzelhaft, endlich freigelassen. Simple Grundrechte, die Gefangenen in der Regel zustehen – wie das Recht seine Familie zu kontaktieren und mit einem Rechtsanwalt zu sprechen – wurden ihm verweigert.
Der christliche Student war am 8. Juni 2010 zusammen mit anderen neuen Konvertiten verhaftet worden. Eshan weigerte sich, eine Erklärung zu unterzeichnen, in der er seinem christlichen Glauben abgeschworen hätte, und wurde deshalb in Untersuchungshaft behalten. Nach drei Monaten wurde er vorübergehend freigelassen, nachdem eine Kaution von $60.000 bezahlt worden war. Doch auch nach seiner Freilassung stand er unter konstanter Überwachung, was ihm sowohl körperlich als auch emotional zu schaffen machte.
Am 23. Oktober 2011 wurde Eshan ein zweites Mal von den Sicherheitsbehörden festgenommen, die ihn an einen unbekannten Ort brachten. Seine Freunde und Familie wussten für lange Zeit nicht, dass er wieder verhaftet worden war.
In einem anderen Fall wurde die sechsjährige Haftstrafe für einen iranischen Pastor, der bei einer landesweiten Razzia auf christliche Hauskirchen verhaftet worden war, nach einem erfolglosen Berufungsverfahren im Juni bestätigt. Farshid Fathi Malayeri war am 5. März nach mehreren Verzögerungen verurteilt worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits vierzehn Monate in Haft verbracht, darunter über 100 Tage in Einzelhaft. Farshid, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, wird seine Strafe im berüchtigten Evin-Gefängnis absitzen müssen.
Der Pastor war von einem Gericht in Teheran für die Führung und die Verwaltung von Geldern für eine ausländische Organisation verurteilt worden. Die politischen Anschuldigungen dienten offenbar als Vorwand um den Pastor, der sich vom Islam zum Christentum bekehrt hatte, wegen seines Glaubens einzusperren.
- Danken wir Gott für die Freilassung von Eshan Behrooz und beten wir, dass er sein Studium wieder aufnehmen kann und von den Behörden in Ruhe gelassen wird.
- Bitten wir den Herrn um Kraft und Stütze für Pastor Farshid Fathi Malayeri während seiner Zeit im Gefängnis. Beten wir, dass ihn seine Aufseher und Mitgefangenen gut behandeln werden.
- Beten wir, dass die iranischen Behörden den Christen erlauben, sich frei und ohne Belästigungen zum Gottesdienst zu versammeln.
Indonesien – Terrorist verhaftet, Unterstützung für islamistische Parteien geht zurück
Einer der meistgesuchten Terroristen Indonesiens wurde am 21. Juni zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Umar Patek, der 2000 als Teil einer weitreichenden anti-christlichen Kampagne mehrere indonesische Kirchen in die Luft gesprengt hatte, wurde in sechs Punkten schuldig gesprochen, darunter die Herstellung von Bomben, Mord und Terrorismus. Patek war auch bei den koordinierten Angriffen auf mehrere Kirchen am Heiligabend 2000 in Jakarta und den Bombenanschlägen auf Bali, bei denen 202 Menschen ums Leben kamen, beteiligt gewesen. Die Anschläge auf die Kirchen in Jakarta waren Teil einer Serie von Angriffen auf 25 Kirchen durch die militant islamistische Gruppierung Jemaah Islamiyah. Rund 19 Christen wurden getötet, die meisten davon während eines Gottesdienstes.
Am 26. Juni berichtete das Nationale Institut für Statistik, dass islamistische Parteien in letzten Jahren einen starken Unterstützungsrückgang verzeichnet hatten. Innerhalb von drei Jahren ist die Anzahl ihrer Unterstützer um 14% und seit 1998 – als noch 38% der Bevölkerung für eine der islamistischen Parteien gestimmt hatten –um 23% gesunken. Für die Christen Indonesiens, denen die Islamisten Gewalt angetan und schweres Leid zugefügt haben, ist dies eine positive Entwicklung. Islamistischen Parteien in Indonesien wollen das Christentum im Land ausrotten die Scharia einführen. Seit 2003 haben bereits mindestens die Hälfte der 32 indonesischen Provinzen auf Druck von islamistischer Seite Elemente der Scharia in ihre Gesetzgebung aufgenommen.
- Danken wir Gott, dass die Unterstützung für islamistische Parteien in Indonesien abgenommen hat und beten wir, dass dieser Trend zu weniger Gewalt gegen Christen führen wird.
- Danken wir Gott, dass Gerechtigkeit geübt wurde und Umar Patek inhaftiert wurde. Danken wir Gott, dass so die Botschaft verkündet wurde, dass das Leben eines Christen gleich viel Wert ist wie das Leben eines Muslims. Beten wir, dass Patek seine Fehler bereuen und Christus als seinen Erlöser finden wird.
Nepal – Zwei Schutzgelderpresser von Polizei verhaftet
Die nepalesische Polizei hat zwei Mitglieder eines Schutzgelderpressungsrings festgenommen, die Pastoren damit gedroht hatten ihre Kirchen in die Luft zu sprengen und ihre Familien umzubringen.
Binod Kumar Tamang (29) aus Katmandu und Tamesh Pariyar (23) aus Gorkha wurden auf frischer Tat ertappt, als sie versuchten zwei Millionen Rupien (rund €18,200) von Sudar Thapa, dem Vorsitzenden der Föderation Nepalesischer Christen und Pastor einer Kirche in Samakhusi, zu erpressen. Sie hatten wiederholt angedroht seine Kirche in die Luft zu sprengen und seine Familie zu töten, falls er die geforderte Summe nicht bezahlen würde.
Tamang und Pariyar hatten auch andere Pastoren in Katmandu mit Bombenanschlägen und Entführungen gedroht. Aus Angst, dass die Drohungen ausgeführt werden könnten, wandten sich die Opfer an die Polizei. Tamang und Pariyar wurden der Erpressung und versuchter Entführung angeklagt.
Ein Partner des Barnabas Funds in Nepal berichtete, dass Christen in Nepal mit vielen Formen von Belästigungen konfrontiert sind. Er ist besorgt, dass die beiden inhaftierten Männer entlassen werden könnten. Zu offenen Gewaltausschreitungen gegen Christen kommt es in Nepal nur selten, doch während der letzten Jahre wurden dennoch ein paar Angriffe verzeichnet: Eine extremistisch hinduistische Gruppierung unter dem Namen „Nepalesische Verteidigungsarmee“ (Nepal Defence Army), die Nepal wieder zu einer hinduistischen Monarchie machen wollen, verübten einen Bombenaschlag vor dem Gebäude einer christlichen Missionsorganisation in Katmandu, sprengten eine Kirche in Lalitpur in die Luft, töteten einen Pastor und griffen weitere Christen an.
- Danken wir Gott, dass die Polizei eine Untersuchung gegen die Erpresser der Pastoren in Nepal eingeleitet hat und dass dem Recht Genüge getan wird.
- Bitten wir den Herrn, dass Er die christlichen Leiter in Nepal vor Belästigung und die Kirchengebäude vor Angriffen schützt.

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